Medizin-App im Test

kaia - Therapie gegen rückenschmerzen

Wir haben in den letzten sieben Tagen für euch die neue Medizin-App Kaia getestet und haben eine interessante Beobachtung machen können.

Aber nun erstmal zu Kaia. Was ist Kaia? Was kann Kaia? Und vor allem für wen ist Kaia?

 

Kaia ist die erste digitale Therapie bei Rückenschmerzen mit persönlichem ganzheitlichen Trainingsprogramm. 

Wir alle sind im Berufsleben voll eingespannt, sitzen viel und bewegen uns tagsüber eher selten. Wenn dann abends das Gym ruft, trainieren die meisten jetzt auch nicht speziell

den Rücken, sondern konzentrieren sich eher auf Klassiker wie beispielsweise Bauch-Beine-Po.

Oder eine ganz andere Ausgangssituation: Man arbeitet in einem Unternehmen, das auch eine starke körperliche Anstrengung voraussetzt.

Auch bei so einem Arbeitsmodell ist es großer Wahrscheinlichkeit so, dass man nicht abends noch extra seine Rückenmuskulatur stärkt.

Klar ist es, dass es dann auf kurz oder lang zu Rückschmerzen durch Fehlbelastung kommt. Und jetzt kommt die Medizin-App Kaia ins Spiel.

 

Kaia hilft uns beim täglichen Training die Rückenmuskulatur zu stärken und hilft effektiv bei Schmerzen. Als Vorlage dient die sogenannte multimodale Therapie, die ein Ärzte Team für dich bereitstellt, um die drei Säulen der Therapie abzudecken: Entspannungsübungen, Bewegungsübungen und Wissen.

 

 

Wir haben zusammen mit Kimberly Breuer die App getestet. Ihren ausführlichen Erfahrungsbericht über die innovationen Medizin-App könnt ihr hier nachlesen.

 

Zu Beginn:

Positiv aufgefallen ist mir zunächst das sehr intuitive Design der App. Dieses ist selbsterklärend und leicht verständlich. Es bietet sich eine Unterteilung in 3 Bausteine: Bewegung, Entspannung und Wissen. Da Bewegung an erster Stelle steht, habe ich mit diesem Teil auch begonnen.

 

Vorab muss ich hinzufügen, dass ich davon ausging die Übungen würden ein Kinderspiel für mich sein, da ich in meiner Freizeit häufig Sport mit einer hohen Intensität betreibe. Ich wurde überraschenderweise jedoch eines Besseren belehrt: die Übungen waren durchaus anstrengend, teilweise sogar so sehr, dass ich mich schwer tat die 2x50sek durchzuhalten. Ich vermute, dass es daran lag, dass die Übungen einfach ungewohnt und neu waren. Dementsprechend hatte ich an Tag 2 Muskelkater. In diesem Zusammenhang wollte ich eine Übung überspringen. Dabei fiel mir auf, dass man jeweils einen Grund angeben muss weshalb man die Übung überspringen möchte. Diese Funktion gefiel mir zunächst nicht besonders gut, da ich mich in gewisser Weise kontrolliert fühlte und nicht bereit war „zuzugeben“, dass die Übung schlichtweg zu anstrengend war. Daher wählte ich den Grund „Ich möchte sehen was danach kommt.“ Ich sehe hier natürlich die Notwendigkeit der Betreiber herauszufinden, wie der Patient mit den Übungen klarkommt, bezweifle jedoch die Ehrlichkeit der Nutzer. Wie ich jedoch später feststellen musste nützt es doch etwas die „Wahrheit“ anzugeben, da die Übungen schwerer wurden und mein Muskelkater schlimmer.

Auf den Bewegungsteil folgte also der Entspannungsteil. Dieser fiel an Tag 1 sehr kurz aus (3min) und diente vielmehr der Erklärung: das Durchführen von Atemübungen sollte demnach die Atmung unterstützen, die eine Rolle hinsichtlich der Schmerzen spiele. Bei Schmerzen atme man flach und kurz und sollte sich daher nun auf tiefe, langsame Atmung konzentrieren. Das war sehr entspannend, wenn auch etwas kurz. Diese Erklärung fand ich persönlich ungenügsam, da ich weiß, dass Meditationen (hier Atemübung genannt) einen weitaus größeren Vorteil liefern als das Erlernen richtiger Atmung. Darüber hinaus konnte ich mir nur schwer vorstellen, wie eine 3-minütige Atemübung zu einer langfristig verbesserten Atmung führen sollte.

 

Zuletzt schaute ich mir den Teil Wissen an: Man wird gefragt wie gut man informiert ist und als ich angab noch nicht gut informiert zu sein, öffnete sich ein Video um die Rubrik zu erklären.  

Ein weiteres nettes Element stellt der persönliche Coach dar, dem man jederzeit Fragen stellen kann. Diese werden innerhalb desselben Tages noch beantwortet.

Insgesamt fiel mir auf, dass man sich definitiv die Zeit für Kaia schaffen muss und ein hektischer Morgen eventuell nicht der richtige Zeitpunkt dafür ist. Jedenfalls für mich persönlich nicht. Ich beschloss Kaia in den kommenden Tagen abends auszuprobieren.

 

Währenddessen:

Über die nächsten Tage hinweg folgte ich also meinen täglichen Bewegungsübungen. Besonders nett fand ich die kleinen Erinnerungshinweise, die einmal morgens und einmal abends erfolgten: z.B abends „Kimberly, du warst heute schon fleißig und hast dir einen entspannten Abend verdient“ oder morgens ein Hinweis, dass die Übungen noch bevorstehen. Die Hinweise waren keineswegs aufdringlich und gaben mir den kleinen motivierenden Anstoß meine Übungen wahrzunehmen.

Weiterhin musste ich jeweils zu Beginn auf einer Skala von 1-10 angeben, wie stark meine Schmerzen am heutigen Tag sind und wie gut ich geschlafen habe. Diese Angaben konnte ich nachher in einer Wochenansicht einsehen und somit die Veränderung meiner Schmerzen und meines Nachtschlafs nachvollziehen. Eine sehr nützliche Funktion, da es die subjektive Schmerzwahrnehmung messbar und einen Unterschied erkenntlich macht.

 

Die Übungen gefielen mir nach wie vor gut und nachdem ich angegeben hatte, dass einige zu schwer waren, erhielt ich leichtere Übungen. Diese entsprachen immer noch einem herausfordernden Schwierigkeitsgrad und forderten mich entsprechend meiner Fähigkeiten. Außerdem gefiel mir die Ansage der Sekunden sehr gut, da man in den jeweiligen Haltungen keine Möglichkeit hat selbst auf die Uhr zu schauen: alle 10 Sek wird die noch zu haltende Sekundenanzahl genannt („Noch 40 Sekunden) – das erleichtert es durchzuhalten.

Ich hatte weiterhin den Eindruck zusätzlich zu meinem täglichen Sport weitere Muskelübungen auszuführen – ein positiver mentaler Effekt, für das Gewissen;). Gleichzeitig fragte ich mich jedoch inwiefern Kaia-Übungen mit meinem Sport kombinierbar sind. Dabei fiel mir auf, dass hierzu nie eine Frage seitens des Programms vorab gestellt wurde. Ich schätze jedoch, dass der Sport, den man nebenher betreibt nicht ganz irrelevant für das Thema „Schmerzen“ sein kann. Also wandte ich mich an meinen Coach: „Prinzipiell ist Sport neben Kaia kein Problem. Solltest du jedoch merken, dass dein Sport deinen Rücken belastet, solltest du hier vielleicht etwas kürzertreten. Nach ein paar Tagen oder Wochen mit Kaia kannst du dann schauen, ob du auch im Sport wieder belastbarer bist.“. Diese Antwort war in Ordnung, da ich bei meinem Sport keine verstärkte Rückenbelastung wahrnehme und ich ihn somit parallel weiter durchführen konnte (laut Antwort). Ich hätte mir eventuell noch detailliertere Ausführungen dazu gewünscht, welche Sportarten denn womöglich nützlich und welche hinderlich sein könnten. Ich denke jedoch es wäre kein Problem weitere Fragen zu stellen und tiefer ins Detail zu gehen. Die Schnelligkeit der Antwort und das Gefühl eine individuelle Antwort zu erhalten, gefiel mir sehr gut.

 

Ein Kritikpunkt mit Blick auf die Übungen stellte für mich jedoch die Schnelligkeit der Video-Beispiele dar, die jede Übung vorab erklärten. Diese fiel stets sehr langsam aus. Eine sehr subjektive Kritik, die andere vielleicht sogar als positiv wahrnehmen würden – ich persönlich habe häufig vorgespult und war dann auch zufrieden ;).  

Im Großen und Ganzen war ich in diesen Tagen sehr zufrieden mit dem Programm und den Übungen und entdeckte Muskelgruppen, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existieren. Weiterhin war ich wirklich sehr begeistert, dass Kaia mir Übungen lieferte, die meinen Rücken auf eine neue Art und Weise forderten.

 

Hinsichtlich der Entspannungsübungen bleibt noch zu erwähnen, dass diese sich im Laufe der Zeit auf 5 Minuten erhöhten. Auch die Ansagen veränderten sich leicht, wenngleich der Fokus stets die Atmung blieb. Grundsätzlich haben mir die Anleitungen gut gefallen, da sie die Konzentration auf die Übung erleichtern, dennoch war es mir etwas zu viel Anleitung und zu wenig Pausen. Man hatte kaum die Möglichkeit die Stille zu genießen, da die Anleitung bereits fortsetzte. Ich denke jedoch, dass die Anleitung für Anfänger (noch nie meditiert) passend ist. Für Fortgeschrittene wäre eine Wahlmöglichkeit einer Meditation /Atemübung von höherer Dauer wünschenswert.

 

Der Wissensteil lieferte außerdem jeden Tag eine neue Einheit, z.B. über den Aufbau der Rückenmuskulatur und wieso die Stärkung der einzelnen Bereiche wichtig ist. Die Einheiten waren stets sehr kurz und gleichzeitig informativ, was mir gut gefiel. Informativ jedoch nur zu einem gewissen Maße: wer sich eine ausführliche Erklärung wünscht, könnte entweder den Coach oder Google befragen;).

 

Fazit:

Und was hat das Alles nun gebracht? Ich habe definitiv die Wirkung der Übungen wahrgenommen, wenn auch zunächst in Form von Muskelkater. Dieser hat mir jedoch gezeigt, dass meine Rückenmuskulatur noch weitere Stärkung benötigt, weshalb ich Kaia definitiv weiterführen werden. Ich halte die Übungen für sehr wirkungsvoll und individuell gestaltet. Es hat sich kein einziges Mal eine Übung wiederholt – es blieb abwechslungsreich. Mit Blick auf meine Schmerzen muss ich jedoch sagen, dass ich hier nur eine leichte Verbesserung wahrnehme, dem Muskelkater geschuldet. Ich denke 7 Tage sind eine sehr kurze Zeit, in der noch keine starke Veränderung zu erwarten ist. Dennoch wurde die versprochene Erwartung von Kaia bereits nach einer Woche eine Besserung zu spüren für mich nicht erfüllt. Ich kann hier nicht von einer „merkbaren Besserung“ sprechen und würde das Programm daher gerne eine weitere Woche testen. Kaia bietet jedoch nur 7 Tage zur kostenfreien Testung an.

 

Zusammenfassend kann ich Kaia denjenigen empfehlen, die ihre Rückenmuskulatur stärken wollen. Diese Aufgabe erfüllen die Übungen definitiv – glaubt man den Wissenseinheiten, wird ein gestärkter Rücken langfristig zu geringeren Schmerzen führen! Jeder, der Kaia ausprobiert, sollte sich vorab eine Uhrzeit dafür überlegen und sich 20 Minuten am Tag einplanen, denn diese benötigt man, um das Programm ernsthaft durchzuführen. Die Aufbereitung in der App ist sehr übersichtlich und gut gestaltet – es macht Spaß damit zu arbeiten. Mit der Möglichkeit seinen Fortschritt zu tracken, kann man außerdem sehr anschaulich die Besserung seiner Schmerzen nachvollziehen – eine sinnvolle Funktion, die die Motivation aufrechterhalten kann und gleichzeitig als Warnhinweis dient, sollte sich keine Verbesserung einstellen. Ich denke Kaia kann ein guter Ersatz zum Physiotherapeuten sein und effektiv die Rückenmuskulatur stärken. Ob sie dadurch auch zur langfristigen Besserung von Rückenschmerzen beiträgt bleibt abzuwarten.

 

Guest Editor: Kimberly Breuer

Kimberly.d.breuer@gmail.com

 

 

Wir bedanken uns bei Kimberly für das Testen der App und verlinken euch hier ihren Instagram Account.

Hier könnt ihr Kimberly folgen und falls ihr Fragen habt ihr direkt schreiben.

@kb_coaching

 


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